Montag, 15. August 2016

Einsatz von Cyberwaffen 1999-2006

Einsatz von Cyberwaffen

Cyberwaffen sind seit spätestens 1999 fest in den Doktrien der verschiedenen geostrategischen Akteure verankert.Wir können eine stetige Entwicklung der Einsatzmöglichkeiten beobachten: Von der simplem DoS-Attackt durch eine Mailbomb bis hin zum komplexen Syxnet Virus, der über Jahre unentdeckt global wirkte. Im Anschluss an eine kurze Vorstellung der Einsätze in chronoligischer Reihenfolge erklärt ein Cyberwiki die wichtigsten Cyberwaffen nocheinmal fokussiert.


Kosovokrieg 1999 - Der erste echte Krieg mit Cyberansätzen

Der Kosovokrieg 1999 war der erste Krieg, in dem kinetische Operationen von Cyberansätzen begleitet wurden. Milsoevic Auslandskonten wurden angegangen und aus der Luft wurde mit dem EMI System der Boden auf verdächtige Signalquellen aufgeklärt.
Das NATO-Papier Cyberspace and the Changing Nature of Warfare erwähnt yugoslawische Hacke, die unter dem Geschichtsträchtigen Namen "Schwarze Hand" das Ziel der Beendigung der Operationen der NATO vor Augen hatte. So wurden Rechner in den USA und Großbritannien angegriffen und bei der NATO selbst. So musste die Seite, welche für die Außenkommunikation des Kosovokonfliktes bei der NATO eingerichtet wurde, abgeschaltet werden, da die "Schwarze Hand" erfolgreich eigene Breifings und Kommuniquees dort veröffentlichen konnte. Ebenso kam es zu diversen Mailbomb- und Virusangriffen über die E-mailadressen des Bündnisses.
Chinesische Hacker griffen ebenfalls in den Konflikt ein, wovon nachfolgend die Rede sein wird

Chinesischer Hackerangriff als Reaktion auf die Bombardierung der Botschaft in Belgrad 1999

Nach der Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad am 7.Mai 1999 durch die NATO, kam es in China zu heftigen Protesten gegen die NATO, da man in China nicht an Fehler beim Targeting. Wobei ein absichtlicher Angriff auf die chinesische Botschaft unter Normalbedingungen allerdings auch keinen Sinn gemacht hätte, mag der kritische Beobachter der chinesischen Proteste anmerken.

Im Zuge der chinesischen Reaktionen und Proteste kam es auch zu einem Echo im digitalen Raum. CNN berichtet am 12.05.1999 von denial of service attacks auf die Website des Weißen Hauses und Mailbomb-Angriffe auf das US Energieministerium (vergl. http://edition.cnn.com/WORLD/asiapcf/9905/09/china.protest.03/) Die Hackergruppe "Hong Kong Danger Duo" bekannte sich seinerzeit zu diesen Angriffen und führte aus, keine politischen Interessen zu vertreten, sondern lediglich das Ende aller Kriege zu fordern.
 
2001 Transpazifischer Schlagabtausch zwischen USA und VR China 

Nachdem ein amerikanisches EP3 Flugzeug über dem Südchinesischen Meer mit einem chinesischen Kampfjet kollidierte und in Folge dessen in Hainan landen musste, kam es zu einem Onlineshowdown, der für 17 Tage zwischen amerikanischen und chinesischen Hackern ausgetragen wurde. Im Zuge dieses Konfliktes hackten die Chinesen über mehr als zwei Wochen ein Testnetzwerk eines kaliformischen Netzbetreibers. 2007 informierte die CIA die Industrie, dass ein Angriff auf die Kritische Infrastruktur nicht nur sehr wahrscheinlich ist, sondern bereits stattgefunden hat. (Vergl.Cyberspace and the Changing Nature of Warfare)